
Wir leben in einer Gesellschaft, die uns früh lehrt, nach Problemen zu suchen. Was läuft nicht richtig? Was fehlt? Was muss repariert oder gelöst werden, damit wir weitermachen dürfen? Dieses Denken ist so selbstverständlich geworden, dass wir es kaum noch hinterfragen. Und doch ist es einer der Hauptgründe, warum sich so viele Menschen innerlich festgefahren fühlen, obwohl in ihnen so viel mehr angelegt ist, als sie selbst wahrnehmen können.
Auch ich habe lange aus diesem Problembewusstsein heraus gelebt. Ich habe analysiert, reflektiert, hinterfragt: mich selbst, meine Gefühle, meine Entscheidungen. Diese Fähigkeit hat mir Tiefe geschenkt und viele Erkenntnisse ermöglicht. Und gleichzeitig habe ich irgendwann gespürt, dass genau hier eine Grenze liegt. Vor allem durch meine Arbeit mit Klientinnen wurde mir immer klarer, wie sehr unser Blick auf das gerichtet ist, was nicht funktioniert, und wie wenig Raum wir dem geben, was möglich wäre.
In den Gesprächen hörte ich immer wieder ähnliche Sätze: "Ich weiß, was mit mir nicht stimmt.", "Ich kenne meine Blockaden.", "Ich habe dieses eine Thema, das mich zurückhält." Und jedes Mal war da dieses Gefühl: Da sitzt ein Mensch voller Potenzial, und doch ist der Blick ausschließlich auf das Problem gerichtet. Als würde die eigene Identität auf das reduziert, was schwer ist.
Dieses Problembewusstsein ist kein persönliches Versagen.
Es ist erlernt. Wir wachsen in Strukturen auf, in denen Fehler sichtbar gemacht, bewertet und korrigiert werden. In der Schule, im Elternhaus, in der Arbeitswelt lernen wir, dass etwas nicht stimmt, wenn es nicht der sogenannten Norm entspricht. Dass wir erst etwas lösen müssen, bevor wir weitergehen dürfen. Dass wir uns erst dann erlauben können, zufrieden zu sein, wenn das Problem verschwunden ist.
Aus energetischer Sicht wird deutlich, warum dieser Ansatz so oft ins Leere führt. Probleme tragen eine schwere, dichte Energie in sich. Sie sind verbunden mit Angst, Mangel, Druck oder Selbstzweifeln. Wenn wir uns dauerhaft in diesem Feld bewegen, bleiben wir genau dort gebunden. Albert Einstein hat es sinngemäß so formuliert:
Ein Problem kann nicht auf derselben Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist.
Solange wir im Problembewusstsein verharren, verlassen wir diese Ebene nicht. Wir denken über das Problem nach, sprechen darüber, analysieren es und wundern uns, warum sich nichts grundlegend verändert.
Wahre Veränderung beginnt in dem Moment, in dem wir unseren Fokus verschieben. Nicht indem wir Probleme verleugnen, sondern indem wir den Blick weiten. Weg von der Frage, was mit uns nicht stimmt, hin zu der Frage, was in uns angelegt ist. Welche Fähigkeiten, welche Qualitäten, welche Möglichkeiten vielleicht schon lange da sind, aber nie wirklich gesehen wurden. In dem Moment, in dem wir beginnen, unser Potenzial wahrzunehmen, verändert sich etwas Wesentliches. Wir erleben uns nicht mehr als defekt, sondern als entwicklungsfähig. Nicht mehr als blockiert, sondern als voller Möglichkeiten.
Dieser Perspektivwechsel bringt uns aus der Enge in die Weite. Er verändert nicht nur unser Denken, sondern unser gesamtes Energiefeld. Wir handeln nicht mehr aus Mangel oder Druck, sondern aus innerer Ausrichtung. Nicht, um etwas zu reparieren, sondern um das freizulegen, was längst da ist.
Das Wichtigste und Wertvollste, was wir haben, ist unsere Energie. Und Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. Die entscheidende Frage ist deshalb: Wohin lenkst du deine Aufmerksamkeit Tag für Tag? Auf das, was nicht funktioniert? Auf deine vermeintlichen Schwächen? Oder auf das, was gut an dir ist, auf deine Stärken, auf dein Potenzial, selbst dann, wenn du es noch nicht vollständig greifen kannst?
Je nachdem, wofür du dich entscheidest, nährst du eine ganz bestimmte innere Realität. Und genau darin liegt die eigentliche Macht. Nicht in der endlosen Beschäftigung mit dem Problem, sondern in der bewussten Entscheidung, deine Energie auf das auszurichten, was du wirklich bist und werden kannst.
Möchtest du direkt in eine höhere Frequenz eintauchen und deine Energie bewusst auf dein Potenzial lenken?
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"Wenn du die Art und Weise änderst, wie du die Dinge betrachtest, verändern sich die Dinge, die du betrachtest."
Wayne Dyer