Verzeihe dir selbst und werde frei

Wir alle haben im Laufe unseres Lebens schon Situationen erlebt, in denen wir verletzt wurden, in denen andere Menschen uns durch ihr Verhalten Schmerzen zugefügt haben. Ich kenne niemanden, der diese Erfahrung nicht gemacht hat.

Wenn wir uns auf den spirituellen Weg, den Weg der Heilung, begeben und bereit sind, uns die Themen der Vergangenheit anzusehen und loszulassen, kommen wir an dem Thema Vergebung

meistens nicht vorbei. Es ist eine Thematik, in der sehr viele Widerstände, aber auch die größte Heilung steckt. Alles, was wir nicht vergeben können, ob wir uns nun dessen bewusst sind oder nicht, hindert uns daran, im Leben voranzuschreiten. Manchmal drehen wir uns gefühlt im Kreis, weil wir immer wieder ähnliche Erfahrungen mit verschiedenen Menschen machen, die unsere tiefsten Verletzungen berühren. Sehr wahrscheinlich ist es dann so, dass es in unserer Vergangenheit etwas gibt, das wir anderen oder uns selbst nicht vergeben haben. Oft liegt das so weit zurück, dass wir gar nicht mehr den Zusammenhang zu unseren heutigen Erfahrungen herstellen können. So mancher Schmerz liegt auch in früheren Leben und ist in der Erinnerung unserer Seele abgespeichert, so dass wir es fühlen, ohne uns dessen bewusst zu sein.

In meiner Heilarbeit kann ich des Öfteren beobachten, dass Menschen eher dazu bereit sind, anderen zu verzeihen, als sich selbst zu vergeben. Ich persönlich kenne das auch aus meinem Leben. Ich konnte vieles und vielen vergeben, aber mir selbst wirklich zu verzeihen, fiel mir schwer. Erst als ich merkte, dass ich mich selbst nicht richtig liebte, erkannte ich, dass ich diesen wichtigen Schritt machen musste, um loslassen zu können und frei zu sein.

Für mich begann ein Weg, mir alles zu verzeihen, was ich anderen und vor allem mir selbst angetan hatte. Ich habe mir verziehen, dass ich schlecht von mir dachte, dass ich nicht gut auf mich aufgepasst habe, dass ich mich mit Menschen umgab, die nicht gut für mich waren. Ich habe es damals nicht besser gewusst.

Erst als ich mir selbst vergeben konnte, begann ich, mich wahrhaft selbst zu lieben. Ich habe gelernt, dass ich Fehler machen darf, dass ich nicht perfekt sein muss, dass es zum Menschsein dazugehört, verletzt zu werden und manchmal andere zu verletzen. Als ich mir selbst vergeben konnte, wollte ich mein Herz nicht mehr verschließen, weil es nicht den Anspruch auf Perfektion, sondern auf Lebendigkeit hat. Ich lerne, jede Erfahrung als Geschenk zu sehen, das mich wachsen lässt.

Ich möchte dir hier eine Übung vorstellen, wie ich die Selbstvergebung praktiziere, und vielleicht hast du Lust, diese schnelle und effiziente Technik selbst auszuprobieren. Es handelt sich dabei um eine kleine Meditation, die wenig Zeit benötigt, aber sehr effektiv ist. Und so kannst du die Meditation gestalten:

Setze dich bequem hin, schließe die Augen und stelle beide Füße auf den Boden. Atme ein paar Mal tief ein und aus und lasse deinen Atem ruhig fließen. Spüre, wie du langsam ruhiger und entspannter wirst.

Stell dir nun vor, wie aus deinen Fußsohlen Wurzeln aus hellem Licht tief in die Erde hinein wachsen. Sieh, wie sich die Wurzeln in der Erde in alle Richtungen ausbreiten und spüre wie du dadurch fest in der Erde verankert wirst. Nimm noch einmal ein paar tiefe Atemzüge.

Dann lege eine Hand auf dein Herz und konzentriere dich ganz auf deinen Herzbereich. Spüre, wie dein Herz schlägt. Es schlägt etwa 100.000 Mal pro Tag für dich, ohne dass du dafür etwas tun musst. Ist das nicht ein Wunder? Bedanke dich bei deinem Herzen, dass es so gut für dich arbeitet.

Dann stell dir vor, wie du in dein Herz hineingehst. Spüre, wie es sich anfühlt, in deinem Herzen zu sein und nimm alles aufmerksam wahr. Stelle dir nun bitte vor, wie du einen Weg entlang gehst. Dieser Weg führt dich in einen Garten, der zu einem Haus gehört. Du gehst durch den Garten und klopfst an die Haustür. Nimm wahr, welche Beschaffenheit diese Tür hat. Ist es schwere Holztür, handelt es sich um eine Tür aus Metall oder etwa aus Glas? Du klopfst nochmal und jemand öffnet dir. Dieser Jemand bist du selbst.

Begrüße dich und betrachte dich aufmerksam. Frage dich, wie es dir geht und frage dich, was du brauchst, damit es dir besser geht. Wenn du vielleicht etwas benötigst wie Zuwendung, Geborgenheit oder Liebe, dann kannst du in diesem Moment die Urquelle, die Engel oder andere Lichtwesen bitten, dies in dir zu integrieren. Beobachte, was sich verändert, wie alles harmonisiert wird und wie sich dein Herz erleichtert.

Frage dich jetzt, ob du vielleicht noch etwas benötigst, damit es dir absolut gut geht. Integriere auch dies.

Lasse dann aus deinem Herzen eine helle Lichtbrücke zu dem Herzen der Person, die in der Tür steht, wandern und sende über diese Verbindung so viel Liebe, wie es dir im Augenblick möglich ist.

Dann sprich bitte: "Meine Liebe/mein Lieber, bitte verzeih mir, verzeih mir bitte alles, was ich dir angetan habe. Es tut mir so leid, aber ich wusste es nicht besser. Bitte vergib mir, dass ich....(hier kannst du alles einfügen, für das du dich schuldig fühlst). Bitte verzeih es mir aus tiefstem Herzen. Ich liebe dich so sehr und ab jetzt werde ich besser auf dich achten und dafür sorgen, dass es dir immer gut geht. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Ich liebe dich."

Nun beobachte, was mit deinem Ich, das in der Tür steht, geschieht. Vielleicht kannst du wahrnehmen, dass diesem Ich die Tränen herunterlaufen, dass dieses Ich sich freut. Vielleicht kannst du auch sehen, dass ihr euch umarmt und wie die Liebe zwischen euch frei fließt. Lass alles geschehen und beobachte einfach, was sich tut.

Wenn du das Gefühl hast, dass es im Augenblick gut ist, wie es ist, bedanke dich bei deinem Ich, öffne die Augen und komme mit deinem Gewahrsein wieder ins Hier und Jetzt zurück.

Du kannst diese Übung so oft wiederholen, wie du willst und natürlich auch dazu verwenden, um anderen zu vergeben.

Wenn du dir selbst vergibst, heilst du.

Wenn du dir selbst vergibst, wächst deine Liebe zu dir selbst.

Wenn du dir selbst vergibst, wächst die Liebe zu anderen.

Wenn du dir selbst vergibst, heilst du dich und die Welt.

Danke, dass du mit deiner Selbstvergebung hilfst, eine friedvolle und liebevolle Welt zu erschaffen.

"Vergebung besteht darin, das Vergangene loszulassen und sich darüber klar zu sein, dass, auch wenn etwas falsch war, der Weg nach vorne damit beginnt, dass wir neu anfangen."

Jack Kornfield

Wie du mit Hilfe deiner Vorstellungskraft deinen Tag schöner machst

Seit einiger Zeit habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, mit Hilfe meiner Vorstellungskraft den bevorstehenden Tag, den nächsten Monat, das kommende Jahr im Voraus bewusst zu kreieren und positiv zu gestalten. Dabei geht es mir nicht nur darum, dass mein Leben schöner wird, sondern auch das Leben aller Menschen in meinem Umfeld und derer, denen ich im Laufe der Zeit begegne.

Denn eines sollte uns immer bewusst sein: Wir Menschen sind Schöpferwesen, ausgestattet mit einem machtvollen Potenzial an kreativer Kraft. Mit dieser Kraft sind wir in der Lage, nicht nur unser Dasein zu verbessern und zu transformieren, sondern wir haben durch sie auch eine enorme Wirkung auf andere Menschen.

Hier ein Tipp für eine kleine Meditation am Morgen, zu Beginn eines Monats oder am Anfang eines Jahres. Diese Visualisierungsübung ist schnell gemacht, kostet nicht viel Zeit und kann auch auf dem Weg in die Arbeit im Bus, in der U-Bahn oder im Zug gemacht werden. Und so kannst du die Meditation gestalten:

Setze dich bequem hin und stelle beide Füße auf den Boden. Atme ein paar Mal tief ein und aus und lasse deinen Atem ruhig fließen. Spüre, wie du langsam ruhiger und entspannter wirst.

Stell dir nun vor, wie aus deinen Fußsohlen Wurzeln aus hellem Licht tief in die Erde hinein wachsen. Sieh, wie sich die Wurzeln in der Erde in alle Richtungen ausbreiten und spüre wie du dadurch fest in der Erde verankert wirst.

Dann stell dir vor, wie du am Anfang eines Weges stehst. Sende in deiner Vorstellung einen Lichtstrahl auf diesen Weg, sodass er hell erleuchtet wird. Nun kannst du wahrnehmen, dass dieser Weg mit Steinen gepflastert ist, die aus purem Gold sind. Das ist DEIN Weg, er ist golden und sehr, sehr kostbar!

Sieh nun, wie am Wegesrand Menschen auf dich warten. Sie warten darauf, von dir begrüßt und ispiriert zu werden. Sie warten nicht auf irgendjemand. Sie warten genau auf DICH.

Stell dir nun vor, wie du den Weg betrittst und auf deinem goldenen Weg langsam voranschreitest. Und jedes Mal, wenn du einen dieser goldenen Steine mit deinen Füßen berührst, verwandelt sich der Stein in Liebe. Spüre, wie sich die Liebe überall ausbreitet, dich einhüllt und dich zu einem Wesen macht, das Liebe verströmt. Diese Liebe verzaubert dich komplett und du spürst Erfüllung und Frieden. Doch nicht nur du wirst durch diese Liebe verzaubert, sondern auch die Menschen, mit denen du in Kontakt kommst.

Sieh, wie alles zu Liebe wird, was du mit deinen Füßen berührst. Dein Weg wird dadurch immer mehr zu einem goldenen Weg der Liebe. Du spürst, wie sich dein Herz öffnet und du in dieser wundervollen Liebe badest.

Du gehst weiter auf deinem Weg und durch die Liebe, die du bist und verströmst, kannst du eine Leichtigkeit fühlen und ein Vertrauen, das du vorher nicht kanntest. Aber jetzt weißt du, dass du von Liebe getragen wirst.

Mit diesem warmen Gefühl von Liebe, Leichtigkeit und Vertrauen machst du dich auf in den bevorstehenden Tag, in den kommenden Monat oder in das kommende Jahr.

Durch die Magie der Visualisierung hat sich etwas in dir verändert und du wirst dadurch deinen Fokus immer mehr auf das Positive richten. So kann sich dein Leben nach und nach auf wundersame Art und Weise verändern.

Diese kleine magische Meditationsreise kannst du jederzeit anwenden und ausbauen, indem du dir all das vorstellst, was an einem bestimmten Tag ansteht und du visualisierst, wie du alles mit Leichtigkeit und Vertrauen, getragen von dem wundervollen Gefühl von Liebe, bewältigst.

Danke, dass du mit Hilfe deiner Vorstellungs- und Schöpferkraft nicht nur dein Leben schöner machst, sondern auch das von Mutter Erde und aller Lebewesen.

"Die Logik bringt dich von A nach B, deine Vorstellungskraft bringt dich überall hin."

Albert Einstein

Mit Hochsensibilität besser leben

Bis vor ein paar Jahren wusste ich gar nicht, dass ich hochsensibel bin. Sicher, ich war schon immer sehr feinfühlig und habe die subtilsten Schwingungen wahrgenommen. In großen Menschenmengen fühlte ich mich nie besonders wohl und wenn ich zuviel Stress hatte, brachte dies mein ganzes System zum Erliegen. Mir war vieles bewusst, doch eine Bezeichnung für meinen "Zustand" hatte ich nicht.

Vor einigen Jahren, als ich mich mitten in einem Prozess der Selbstfindung und Neuentdeckung befand, bekam ich zufällig ein Buch in die Hände, das sich mit dem Thema "Hochsensibilität" beschäftigte. In dem Werk wurde ziemlich genau beschrieben, was es bedeutet, hochsensibel zu sein und welche Merkmale dieses Phänomen hat. Das Buch war für mich eine Offenbarung, denn innerhalb von zwei Stunden, in denen ich das Buch las, wusste ich, dass ich nicht etwa merkwürdig, komisch oder anders bin, sondern hochsensibel. Endlich hatte ich einen Begriff und eine Erklärung für bestimmte Vorkommnisse und Verhaltensweisen in meinem Leben gefunden!

Normalerweise bin ich ein Mensch, der sich ungern in Schubladen stecken lässt und Etikettierungen vermeidet. Doch mich selbst als hochsensibel erkannt zu haben, hat bei mir viel Positives bewirkt: Endlich konnte ich mich selbst besser akzeptieren und meine "vermeintlichen" Schwächen wie zu empfindsam, zu emotional, zu empathisch zu sein, annehmen. Ich habe erkannt, dass Hochsensibilität nicht nur eine große Herausforderung ist, sondern auch ein großes Geschenk.

Daher mein Rat an jeden, der ahnt, hochsensibel zu sein: Bitte beschäftige dich mit diesem Thema, denn allein das Bewusstwerden und das Erkennen der Hochsensibilität verschafft große Erleichterung und die Befreiung von Schuldgefühlen oder Selbstzweifeln.

Mittlerweile weiß ich, dass fast jeder Fünfte hochsensibel ist. Sehr viele meiner Klienten sind hochsensibel und auch in meiner Familie gibt es mehrere Hochsensible. Über das Thema gibt es mittlerweile einige Publikationen und auch im Internet wurde viel darüber veröffentlicht. Dennoch glaube ich, dass es wichtig wäre, das Phänomen noch mehr zu erforschen und verstärkt an die Öffentlichkeit zu bringen. Denn es gibt sehr viele Menschen, insbesondere Erwachsenen, die gar nicht wissen, dass sie hochsensibel sind. Meist ist ihre Hochsensibilität verborgen unter einer ganz anderen Persönlichkeitsstruktur, die sie sich angeeignet haben, um in der Gesellschaft zu bestehen und nicht unterzugehen. Denn größtenteils gilt es noch immer als Schwäche, sensibel, feinfühlig oder empathisch zu sein. Zum Glück verändert sich das Bewusstsein diesbezüglich gerade ein wenig, zumindest ist das mein Eindruck. Denn je mehr Menschen ihre Sensitivität, ihre Empathie und Hochsensibilität erkennen und annehmen, desto besser sind wir in der Lage, diese Erde schöner und friedvoller zu machen.

Doch wie kann man es als Hochsensibler schaffen, stabil und gut in seiner Mitte zu bleiben?

Hier ein paar Tipps, die mir und anderen Menschen sehr geholfen haben:

- Einstellung: Eine positive Haltung zur Hochsensibilität ist wichtig. Erkennen, dass diese feinfühlige Hochbegabung der Sinne ein Geschenk ist!

- Erdung, Erdung, Erdung: Es macht einen immensen Unterschied, wenn jeden Tag bewusst darauf zu achten, sich zu erden. Dass kann geschehen durch Visualisieren (Wurzeln, die aus den Fußsohlen in die Erde

hineinwachsen), Sport, Spazierengehen in der Natur, Tanzen, Springen, mittels Essenzen oder Heilsteine.

Meiner Wahrnehmung nach sind die oberen Energiezentren bei Hochsensiblen meist stark aktiviert und offen, hingegen die unteren Chakren häufig blockiert. Tägliche Erdung (auch mehrfach) und/oder Chakrenharmonisierung können hier helfen.

- Schutz: Hier ist vor allem energetischer Schutz gemeint. Am besten durch Visualisieren einer blauen Schutzkugel oder eines blauen Schutzmantels. Es können auch Heilsteine (Turmalin) oder Essenzen (Turmalinschwingung) verwendet werden. Meine Erfahrung ist allerdings: Wenn man gut geerdet und in seiner Mitte ist, dann benötigt man keinen zusätzlichen Schutz.

- Rückzug: Akzeptieren und zulassen, dass man öfters mal Rückzug und Zeit für sich benötigt. Spaziergänge alleine in der Natur können hier sehr heilsam sein.

- Zentrierung: Hier kann ich tägliche Meditation empfehlen. Wenn man wenig Zeit hat, dann reichen 5 Minuten völlig aus. Aber es macht einen großen Unterschied, wenn man seine Sinne für bestimmte Zeit (am besten früh morgens oder am Abend) zurückzieht und sich auf sich und den Atem fokussiert.

Meditation hilft auch, mehr bei sich zu bleiben. Durch die starke Empathie besteht bei Hochsensiblen oft die Gefahr, sich zu verlieren. Besser wäre es jedoch, sich selbst zu stärken und zentriert zu bleiben. Damit einher geht, immer darauf zu achten, dass es einem gut geht.

- Gemeinschaft: Wenn möglich, sich mit Menschen umgeben, die einem gut tun und Menschen vermeiden, die zu anstrengend oder kraftraubend sind. Grenzen setzen und gut auf sich selbst achten (sich selbst stärken und sich nicht verlieren).

- Ernährung: Gut auf sich und seine Ernährung achten, d.h. regelmäßige Mahlzeiten einnehmen, am besten Lebensmittel, die gar nicht oder so wenig wie möglich verarbeitet sind. Viel reines Wasser trinken.

- Schlaf und Ruhepausen: Genügend Schlaf und regelmäßige Ruhepausen sind generell wichtig, besonders aber, wenn man hochsensibel ist. Schlafmangel bewirkt Energieverlust und man wird schneller aus seiner Mitte geworfen.

- Umgebung: Darauf achten, dass man an einem ruhigen Wohnort mit guter Energie lebt, am besten in der Nähe von Natur. Wichtig wäre es auch sicherzustellen, dass die Wohnung bzw. Möbel möglichst schadstoffarm sind. Dasselbe gilt für Kleidung, Reinigungsmittel und Kosmetika.

Sicher könnte man die Liste hier weiter fortführen, aber ich denke, dass Wichtigste ist gesagt. Mir und anderen Hochsensiblen haben die o.g. Punkte jedenfalls sehr geholfen, ein stabileres und ausgeglicheneres Leben zu führen.

Wenn ihr weitere Fragen rund um das Thema "Umgang mit Hochsensibilität" habt, könnt ihr mir gerne schreiben.

Ich freue mich auf den Austausch!

"Hochsensible Menschen kamen nicht in diese Welt, um Opfer zu sein. Wir kamen, um Krieger zu sein. Sei mutig. Gib nicht auf. Wir brauchen alle Männer und Frauen an Deck."

Anthon St. Maarten

Die Stille in dir

Manchmal scheint mir, dass die Welt im Außen immer lauter wird. Wir sind immer mehr Lärm, einer Fülle von Informationen und vielen Sinneseindrücken unterschiedlicher Art ausgesetzt. Und das fast ständig und meist rund um die Uhr. 

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen nach Stille und Ruhe sehnen. Dabei geht es den meisten nicht nur darum, stille Orte aufzusuchen, an denen man schnell Erholung findet. 

Viele Menschen wünschen sich, Zugang zu bekommen zu einer tieferen Ebene in sich. Denn in jedem Menschen ist Stille und es gibt diesen inneren Ort, der voller Geborgenheit und Liebe ist. Es ist ein Ort, an dem das gesamte Universum zusammenfindet und an dem wir erfahren können, wer wir wirklich sind.

Diesen Ort können wir aufsuchen, wann immer wir wollen. Und das Schöne ist, dass wir, um dorthin zu gelangen, kein Flugzeug besteigen oder einen langen Fussmarsch bewältigen müssen. Es ist eine Reise in unser tiefstes inneres Wesen. 

Häufig geschieht dies über die Meditation. Wenn wir uns bewusst mit unserem Atem verbinden, die Außenwelt für eine Weile loslassen und tief eintauchen in unser Innerstes, ist diese Stille jederzeit erfahrbar. 

Manchmal ist es gar nicht nötig zu meditieren, sondern wir erfahren Stille, wenn wir völlig eins mit uns sind, wenn wir ganz im Hier und Jetzt leben und uns verbunden fühlen mit einem Menschen oder einer Tätigkeit, die uns absolute Freude und Zufriedenheit schenkt. 

Wenn wir die Stille in uns suchen, ist es bestimmt hilfreich, stille Orte aufzusuchen. Sie können uns Ruhe, Kraft und neue Energie schenken. Wenn wir aber die Stille in uns noch nicht erfahren haben und wir ständig mit unseren Gedanken, der Vergangenheit und der Zukunft beschäftigt sind, dann wird uns die Welt im Außen das auch spiegeln. Denn wie Innen so Außen, wie Außen so Innen, das sagt eines der universellen Gesetze. 

Wenn wir mehr und mehr die Stille in uns aufsuchen, dann werden wir auch mehr Stille im Außen vorfinden.

Die innere Stille ist ein Ort, wo wir unseren Anker setzen können. Von diesem Ort der Stille aus, unserem Ankerplatz, können wir uns aufmachen in die Welt, in die Weite, wissend, dass wir verbunden sind mit unserem inneren Kraftort, der immer in uns ist. So ist es auch möglich, unter vielen Menschen, zum Beispiel in einer Großstadt, durch die Verbindung mit unserem Innersten Stille zu erfahren. 

Wenn wir lernen, immer mehr im Hier und Jetzt zu leben, dann sind wir in ständiger Verbindung mit der Stille. 

Diese Stille zu erfahren, ist ein ganz wundervolles Gefühl, das man schwer in Worte fassen kann. In dieser Stille ist Nichts und aus diesem Nichts entspringt ganz viel. Wenn man es zulässt und in dieser Stille die Ohren des Herzens weit aufmacht, kann man in dieser Stille viel entdecken und erfahren. Schöpferische Prozesse haben in der Stille ihren Anfang und gehen daraus hervor. Aus der Stille heraus kommen neue Ideen und man kann sich als Mensch neu erfahren. 

Die Stille ist Nichts und gleichzeitig ein wahrer Schatz, durch den unser Leben reicher und freudvoller wird. Dieser Schatz ist und war immer schon da. Es geht darum, ihn zu heben und ihn nach und nach für sich zu entdecken. 

"Denn der Raum des Geistes, dort, wo er seine Flügel öffnen kann, das ist die Stille."

Antoine de Saint-Exupéry

Thetahealing - ein Weg in die Freiheit

Das Leben ist eine lange Reise. Und wir, die wir uns auf dieses spannende Abenteuer eingelassen haben, dürfen während dieser Reise, die uns von unserem Ursprung und wieder dorthin zurück führt, viele verschiedene Erfahrungen machen. 

Manchmal liegt auf dieser Lebensreise der Weg klar und deutlich vor uns und wir wissen genau, wohin es geht.

Doch nicht selten gibt es Zeiten, in denen wir nicht genau wissen, was wir tun sollen und sprichwörtlich im Nebel stehen. Wir kommen nicht weiter und drehen uns im Kreis. Oft reagieren wir dann physisch auf die Unsicherheiten, die diese Lebensphasen mit sich bringen, und werden krank. Oder wir fühlen uns allein, hilflos und sehen uns als Opfer der Umstände. 

Doch tief in uns spüren wir meistens ein Sehnen und Hoffen nach etwas, was wir manchmal gar nicht so richtig benennen können. Wir wissen intuitiv, dass es da noch mehr gibt und machen uns auf die Suche.

Oft beginnt diese Suche im Außen, doch die äußere Welt kann uns in der Regel nur vorübergehend Frieden bringen. Denn das, nach dem wir WIRKLICH suchen, ist ein geheimer Schatz, der tief in unserem Inneren verborgen ist. Es ist unser wahres Selbst, unsere wahre Natur, die von vielen Schichten, Schleiern und Schutzmauern umgeben ist. 

Es gibt unzählige Wege, um zu diesem wertvollen Schatz zu gelangen. ThetaHealing ist einer davon. ThetaHealing ist eine wundervolle und sehr effiziente Heilmethode, um Zugang zu den Reichtümern zu finden, die in uns sind: unser inneres Wissen, grenzenlose Freiheit, tiefer Frieden, bedingungslose Liebe und ein unbegrenztes Potenzial, das nur darauf wartet, nach und nach entdeckt und befreit zu werden. 

Bei einer ThetaHealing-Sitzung wird durch die bewusste Verbindung mit der Quelle allen Seins das Gehirn in den Theta-Zustand versetzt. So wird eine Tür zum Unterbewusstsein geöffnet und es können sich dadurch tiefe Zusammenhänge erschließen. Somit ist ein Theta-Heiler in der Lage, im Unterbewusstsein der Klientin/des Klienten zu lesen und positiv verändernd oder erschaffend einzugreifen. Im Theta-Zustand ist es möglich, die tiefen Ursachen von Blockaden zu erkennen, sie aufzulösen und so die Schleier, die uns von unserem wahren Selbst trennen, nach und nach zu lüften. 

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei der Klientin/dem Klienten um ein körperliches, geistiges oder seelisches Problem handelt, denn ThetaHealing arbeitet ganzheitlich und bezieht alle Ebenen des Seins mit ein. Durch die Verbindung mit der Quelle geschieht während einer Heilsitzung das, was in dem Moment geschehen soll und was gerade richtig und wichtig für die Klientin/den Klienten ist. 

ThetaHealing ist eine sehr vielfältige Heilmethode und es gibt unterschiedliche "Werkzeuge", mit denen man arbeiten kann. Neben der bereits angesprochenen Auflösung von Blockaden auf allen Seinsebenen, kann z.B. Kontakt mit dem Schutzengel, dem Höheren Selbst oder mit den Ahnen hergestellt werden, es kann Heilung des Inneren Kindes stattfinden, eine Zukunftslesung vorgenommen werden und vieles mehr. 

Durch die Verbindung mit der Quelle allen Seins ist letztendlich alles möglich und so geschehen häufig kleine und große Wunder.

Für mich ist ThetaHealing ein wunderbarer Prozess der Selbsterkenntnis und ein Weg in die Freiheit. Durch das Auflösen begrenzender Denkmuster und hinderlicher Blockaden können wir uns nach und von allem Trennenden befreien, bis es nur noch das reine Sein gibt.

Es ist nicht nur unser Geburtsrecht, sondern unsere wahre Natur, dieses Leben zu genießen und in Fülle, Liebe und Freiheit zu leben.

"Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken."

Galileo Galilei

Die sechs Sinne und der innere Kompass

Neulich sah ich eine interessante Reportage zum Thema "Askese". Es ging darum, dass in unserer Zeit des materiellen Überflusses immer mehr Menschen bewusst Verzicht üben und ihren Lebensstil vereinfachen. In dem Format wurde unter anderem ein junger Mann interviewt, der aus der Großstadt in den Wald gezogen war, um dort in einer einfachen Hütte - ohne Heizung und fließendes Wasser - im Einklang mit der Natur zu leben.

Der Mann berichtete davon, dass sein Leben im Vergleich zu früher manchmal etwas beschwerlicher sei, dafür habe er aber Sinneserlebnisse und -eindrücke, die er so in der Stadt nicht gekannt hatte. Die Einfachheit und Klarheit, die er durch seine geistige und materielle "Entrümpelung" erfahren durfte, sei für ihn wichtiger als viele Annehmlichkeiten, die ihm sein früheres Leben in der Großstadt bot. 

Nun, ich gebe zu, dass nicht jeder für ein minimalistisches Leben im Wald geschaffen ist, um so seine Sinne mehr und mehr zu schärfen und klar zu halten. Dennoch denke ich, dass sich die meisten Menschen in sehr vielen Momenten ihres Lebens mehr Klarheit und eine deutlichere Ausrichtung, man könnte sagen, einen "inneren Kompass", der ihnen die richtige Richtung zeigt, wünschen würden.

Unsere menschlichen Sinne Hören, Riechen, Schmecken, Sehen, Tasten und der berühmte 6. Sinn (unter dem die feineren Wahrnehmungen wie Hellsehen, Hellhören, Hellfühlen, Hellspüren, Hellwissen u.a. zu verstehen sind) spielen eine große Rolle, wenn es um das Erfahren dieser inneren Richtungsweisung geht. Ja, sie sind sogar die Grundvoraussetzung für eine klare innere Ausrichtung. Unter "Sinn" verstehen wir die Wahrnehmung von äußeren und inneren Reizen über physische und nichtphysische Sinnesorgane. Ein natürliches, gesundes Aufnehmen über die physischen Sinne ist dabei Voraussetzung für jede Form der übersinnlichen Wahrnehmung. 

Doch in welcher Hinsicht hängt der "innere Kompass" mit den Sinnen zusammen? Meiner Meinung nach besteht der Zusammenhang darin, wie klar und deutlich wir in der Lage sind wahrzunehmen, was für uns selbst stimmig, gut und individuell richtig ist. Dies hängt wiederum mit der Achtsamkeit zusammen, mit der wir über unsere Sinne der Welt und den Reizen begegnen. Das heißt, wir sollten uns immer fragen: Spüre ich, ob etwas gut für mich ist oder nicht?

Wir sind heute ständig irgendwelchen Reizüberflutungen ausgesetzt (zu viel Lärm, zu viele optische Eindrücke etc.) und selbst die Nahrung, die wir tagtäglich aufnehmen, hat oft nichts mehr mit ihrem natürlichen Ursprung zu tun. Auch, wenn wir uns nicht für ein Leben abseits der Zivilisation entscheiden, können wir einiges tun, um unsere Sinne möglichst klar zu halten. Das kann z.B. damit beginnen, dass wir darauf achten, möglichst unverarbeitete Nahrung aufzunehmen, uns bei kosmetischen Produkten für die natürlichste Variante entscheiden oder beim Medienkonsum darauf achten, was und wie lange wir etwas konsumieren. Je achtsamer wir dabei vorgehen, desto klarer und unvernebelter werden unsere Sinneswahrnehmungen. Daraus leitet sich dann z.B. auch ab, dass wir ein untrügliches Gespür dafür bekommen, was uns gut tut und was nicht. Das betrifft alle Bereiche unseres Lebens - von der Ernährung bis zu den Beziehungen, die wir führen. 

Durch mehr Achtsamkeit unseren Sinnen gegenüber und der Natürlichkeit, die wir in unser Leben bringen, ist es für uns immer mehr möglich, diesen "inneren Kompass", den jedes Wesen in sich hat, besser wahrzunehmen, ihn zu stärken und der Richtung, in die er uns weist, vertrauensvoll zu folgen. 

"Übertriebene Farben gefährden das Sehen. Überstiegene Töne töten das Hören. Überspitzte Kost kostet den Geschmack. Überreizte Erregung erregt Unnatürlichkeit. Überhäufter Besitz besitzt den Besitzenden. Also der Erwachte: Ihn verleitet nichts Zeitliches. Ihn leitet das Zeitlose." 

Laotse

Was Putzen mit Meditation zu tun hat

In den vergangenen Jahren habe ich öfters Zeit in unterschiedlichen Ashrams in Indien verbracht. Seit ich ungefähr zehn Jahre alt war, träumte ich davon, in dieses bunte Land zu reisen und so es war kaum verwunderlich, dass es sich für mich fast wie ein Nachhausekommen anfühlte, als ich zum ersten Mal indischen Boden betrat. Ich begann Yoga zu praktizieren und fand heraus, dass es neben dem bekannten Hatha Yoga auch das Karma Yoga gibt. 

Dies ist der Weg des Handelns oder selbstlosen Dienens. Es geht dabei neben anderen Aspekten darum, völlig präsent zu sein in seinem Tun, die ganze Aufmerksamkeit dem eigenen Handeln zu widmen - ohne gleichzeitig bestimmte Erwartungen an das Ergebnis zu haben. Das Schöne ist, dass man, um Karma Yoga zu praktizieren, keinen Kurs besuchen muss, sondern es eigentlich in jedem Augenblick leben kann, vor allem aber dann, wenn man etwas uneigennützig tut. In vielen spirituellen Gemeinschaften versteht man unter Karma Yoga vor allem Hausarbeit zu verrichten wie Putzen, Bügeln, handwerkliche Tätigkeiten oder andere Arbeiten, die der Gemeinschaft dienen. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass man seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf das richtet, was man gerade tut. Häufig wird gesagt, dass Meditation die beste Technik sei, um den Geist zu fokussieren und zu beruhigen. In meinen Augen ist Karma Yoga genauso dafür geeignet, um Zentrierung zu üben. Wenn wir beim Verrichten alltäglicher Tätigkeiten wie Zähneputzen, Geschirrspülen oder dem Wohnungsputz ganz bei dem sind, was wir tun und uns nicht von Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft ablenken lassen, ist das ein ganz wunderbares Training für einen zentrierten Geist. Gelingt es uns, diese Zentrierung zum großen Teil in unser Leben zu integrieren, hat das unglaublich positive Auswirkungen. Durch einen fokussierteren Geist können wir die Zeit dehnen und uns damit aus dem Strudel der Alltagshektik entfernen. Ich glaube, wir alle haben mittlerweile bemerkt, dass wir in einer Epoche leben, in der sich vieles verändert und das teilweise in rasanter Geschwindigkeit. Wir können dieser Schnelligkeit größtenteils entrinnen, indem wir mehr und mehr im Moment leben und dies ständig üben. Ich finde, beim Putzen gelingt das besonders gut. Eine kleine Hilfe kann dabei auch sein, sich innerlich das aufzusagen, was man gerade tut wie etwa "Ich putze das Waschbecken", "Ich spüle das Geschirr" oder "Ich schneide das Gemüse". Das klingt jetzt vielleicht etwas banal, kann aber sehr unterstützend sein. Es soll hier außerdem nicht verschwiegen werden, dass ein zentrierter Geist auch unseren Körper und unsere Gesundheit unterstützt. Denn wenn wir im Augenblick und in unserem Körper präsent sind, wird dieser mit Bewusstsein gefüllt und energetisch aufgeladen. Jede Zelle kann dadurch sozusagen "leuchten".

Neben allen spirituellen und körperlichen Aspekten gibt es natürlich auch ganz "irdische" Vorzüge: Eine saubere und klare Umgebung gibt uns ein gutes Gefühl und wirkt harmonisierend auf Körper, Geist und Seele.

"Du reist immer aus der Vergangenheit in die Zukunft. Und das Hier und Jetzt ist gegeben, um die goldene Mitte zu leben."

Andrea InEssenz

Ja sagen zum Leben!

In meinem privaten Umfeld und unter meinen Klienten gibt es etliche Menschen, die hochsensitiv sind. Sie haben meist besondere Fähigkeiten, spüren extrem viel, nehmen innere Bilder wahr und haben Kontakt zu geistigen Wesen. Diese Menschen sind einerseits häufig mit einzigartigen Talenten und Gaben ausgestattet, andererseits aber leiden sie darunter, dass unsere Erde ein Ort ist, an dem nicht immer ein liebevoller Umgang herrscht.

Häufig es so, dass sie sich nach einer Welt sehnen, in der es mehr Liebe gibt und in der Menschen achtsamer miteinander umgehen. Ganz zu schweigen von den körperlichen Beschwerden (meist Allergien), die hochsensitive Menschen aufgrund des verunreinigten Wassers, gentechnisch veränderten Lebensmitteln oder chemischen Zusatzstoffen in Produkten haben. Meiner Erfahrung nach haben diese Menschen oft einen (unbewussten) Wunsch nach einem Leben an einem anderen Ort. Da es aber so vorgesehen ist, dass jedes einzelne Wesen eine bestimmte Aufgabe hat und sich eine Seele bewusst dafür entscheidet, zu inkarnieren, hat alles seine Richtigkeit. Das nachzuvollziehen, ist manchmal nicht ganz einfach, aber es gibt Mittel und Wege, dieses Gefühl des "Woanders-sein-Wollens" abzuschwächen bzw. zu transformieren. Der erste Schritt dazu ist aus meiner Sicht eine bewusste Entscheidung FÜR das eigene Dasein auf der Erde. Wenn wir wirklich dafür bereit sind und dies klar und deutlich artikulieren, wird sich unmittelbar eine positive Veränderung einstellen. Idealerweise sind wir Menschen Verbindung zwischen Himmel und Erde, d.h. unten mit der Erde verbunden und nach oben hin offen für die Synthese mit Gott, dem Kosmos oder das Universum (welchen Begriff man auch immer verwenden möchte). Hochsensitive Menschen haben meist eine sehr starke Verbindung nach oben, häufig fehlt es jedoch an Verwurzelung. Neben der bewussten Entscheidung, JA zum Leben zu sagen, einer gesunden Abgrenzung und Schutz, ist es meines Erachtens wichtig, jeden Tag neu und bewusst eine Verbindung mit der Erde zu schaffen, um von ihrer Kraft zu profitieren. Erdung kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Ich z.B. praktiziere täglich die Verwurzelungs-Übung, indem ich mich auf meine Fußsohlen konzentriere und visualisiere, wie daraus Wurzeln hervorsprießen, die bis tief in die Erde hinein wachsen. Über die Wurzeltriebe nehme ich die Lebenskraft der Erde in mir auf, die mich mit Klarheit und Festigkeit unterstützt. Durch diese Übung erhält man eine innere Stabilität, die erfüllend und zentrierend zugleich ist. Hilfreich für eine gute Erdung sind auch Gartenarbeit, Aufenthalte in der Natur oder jegliche körperliche Betätigung wie etwa Sport oder Tanzen. Man kann sich auch mit entsprechender Nahrung erden, indem man z.B. viel Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Rüben, Rote Beete, Karotten, Kohlrabi etc. zu sich nimmt. Wunderbar sind auch Haushaltstätigkeiten wie Kochen, Putzen, Abwaschen oder etwas Reparieren. 

Sind wir gut mit der Erde verbunden und nach unten hin verwurzelt, können wir nach oben weiter aufmachen und kreativ und schöpferisch sein - ohne abzuheben. Dadurch entsteht eine gesunde Balance und wir werden stabil wie ein kräftiger Baum mit festen Wurzeln und einer leuchtenden Krone. 

"Freue dich, dass du in der Welt bist und zu den Wundern mitgehörst."

Wilhelm Raabe

Warum ein Seelenreading hilfreich sein kann

Des Öfteren wurde ich schon gefragt, was denn der eigentliche Sinn eines Seelenreadings sei. Natürlich ist das eine berechtigte Frage, ist doch vielen Menschen nicht bekannt, wie sehr wir die Kraft und Weisheit unserer Seele nutzen und bewusst in unser Leben integrieren können. Ich glaube, dass die meisten aber wissen, dass wir nicht nur unser Körper sind, sondern geistige Wesen, die in einen menschlichen Körper hineingeboren wurden. 

Man könnte auch sagen, dass der Körper das Vehikel unserer Seele ist. Denn unsere Seele ist unsterblich und durch sie bringen wir all unser Potenzial, aber auch sämtliche positiven und negativen Erfahrungen aus früheren Leben mit in unser jetziges Dasein (wobei es auf der Seelenebene keine Wertungen im Sinne von positiv oder negativ gibt). Jede Seele tritt eine neue Inkarnation mit einem bestimmten Seelenplan an, was bedeutet, dass sich die Seele vorgenommen hat, während eines Lebens gewisse Erfahrungen zu machen.

Räumen wir unserer Seele mehr Platz ein, d.h. nehmen wir ihre Stimme bewusst wahr und richten unser Leben danach aus, sind wir meist auf dem richtigen Weg. Das heißt nicht immer, dass dieser Weg der einfachere ist, aber wir sind mehr im Fluss, sind glücklicher, haben mehr Energie und können die Fülle des Lebens auf allen Ebenen genießen. Haben wir jedoch keinen klaren Zugang zu unserer Seele, orientieren wir uns eher an der Masse, sind so, wie es andere von uns erwarten und meistens zwar anwesend, aber irgendwie nicht ganz wir selbst.

Das Seelenreading kann Aufschluss darüber geben, wer wir wirklich sind und welches Potenzial wir mitgebracht haben.

Bei einem Seelenreading verbinde ich mich direkt mit der Seelenebene eines Menschen. Dabei besteht die Möglichkeit, je nach Anliegen und Fragestellung, ein Thema oder eine aktuelle Situation aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten und Zusammenhänge zu erkennen, die sonst nicht sichtbar werden. In der Regel nehme ich Bilder, Worte und Gefühle wahr, wobei sich bei einer Lesung genau das zeigt, was für die Person im Moment besonders wichtig und richtig ist.

Eine andere Möglichkeit das Seelenreading zu nutzen, ist etwas über den Seelenplan, die Lebensaufgabe und die mitgebrachten Fähigkeiten (die vielleicht noch nicht gelebt und entfaltet wurden) zu erfahren. Generell sind bei einem Seelenreading alle Fragen willkommen und wir können ganz darauf vertrauen, dass die Seele genau das preisgibt, was für den Menschen zu dem Zeitpunkt von Bedeutung ist. Das Seelenreading hat darüber hinaus eine wohltuende energetische Wirkung: Durch die bewusste Verbindung zur Seelenebene wird das Herzchakra geöffnet und die Seelenenergie kann Kraft spenden und Klärung bringen. Komplizierte oder verworrene Situationen können durch die Betrachtung aus einer höheren Perspektive durchaus anders wahrgenommen werden. Bestimmte Schwierigkeiten oder Probleme erhalten dadurch ihren Sinn.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass wir durch ein Seelenreading daran erinnert werden, wer wir wirklich sind. Das bringt viel Licht in unser Leben und gibt Kraft für die Aufgaben, die wir zu bewältigen haben. 

"Die Tiefe der Menschenseele birgt unergründliche Kräfte, weil Gott selbst in ihr wohnt."

Franz von Assisi

Das Geschenk der Hingabe

Im Hatha Yoga gibt es eine wundervolle Asana, die ich von Anfang an als sehr wohltuend und entspannend empfand. Es ist die Vorwärtsbeuge im Sitzen, im Sanskrit auch "Paschimottanasana" genannt. Diese Position wird als die "Stellung der Hingabe" bezeichnet und das zu recht. Man gibt sich im Sitzen mit ausgestreckten Beinen und Armen und einem vorwärts gebeugten Rücken völlig dem eigenen Körper, vor allem aber dem Atem hin. 

Dabei geht es darum, loszulassen, sich fallen zu lassen und mit jedem Atemzug idealer Weise die Nasenspitze näher zu den gestreckten Oberschenkeln zu bringen. Ich genieße diese Yoga-Position immer sehr, da es nichts anderes zu tun gibt, als sich "hinzugeben". Sich dem Leben, dem Schicksal oder einer bestimmten, häufig ungewünschten, Situation hinzugeben, fällt uns meistens sehr schwer. Wir sind es gewohnt, Entscheidungen zu treffen, zu organisieren, zu planen, zu agieren und die Zügel fest in der Hand zu halten. Doch immer häufiger, so scheint mir, geschieht es, dass das, was wir uns in unseren Köpfen so klug ausgedacht hatten, partout nicht funktioniert, dass sich Pläne nicht realisieren lassen oder dass wir von unerwarteten Ereignissen überrascht werden. Da es so angelegt ist, dass wir Menschen grundsätzlich einen freien Willen haben, können wir in solchen Situationen unterschiedlich reagieren. Ganz oft ist es so, dass wir mit bestimmten Umständen hadern, dagegen ankämpfen oder uns vehement dagegen wehren, obwohl wir wissen, dass wir damit nicht viel ausrichten, außer dass es uns Kraft kostet und Unruhe schafft. Wir haben aber auch die Möglichkeit, mit einer gewissen Demut an Situationen heranzugehen, indem wir uns ganz darauf einlassen, was geschieht, ohne zu bewerten oder zu kämpfen. Den meisten fällt das alles andere als leicht. Wenn wir Hingabe aber als Geschenk und bestimmte Situationen aus einer höheren Warte betrachten, können wir lernen, mehr und mehr zu vertrauen, dass es eine göttliche Kraft gibt, die jederzeit nur das Beste für uns bereit hält. So können wir Frieden mit ungeliebten Umständen und uns selbst schließen. Mit der Zeit hören wir dann auf zu kämpfen oder uns und andere in Frage zu stellen. Nach und nach wird es uns leichter fallen, zu entspannen und mehr in den Fluss des Lebens zu kommen. Es wird uns stärker bewusst werden, dass alles jederzeit seine Richtigkeit hat. Wenn wir uns mehr dem Leben und der göttlichen Ordnung hingeben, werden wir offener für neue Situationen und für das, was kommt - ohne ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten. Wir erhalten besseren Zugang zu unserer Intuition sowie zu geistigen Wesen, die uns unterstützen. Letztendlich bedeutet Hingabe aus meiner Sicht vor allem Hingabe an uns selbst und Akzeptanz dessen, was und wie wir sind. Das schafft inneren und äußeren Frieden und nicht zuletzt kommen dadurch mehr Freude und Leichtigkeit in unser Leben. 

"Sich im Herzzentrum zu konzentrieren, sich dem Göttlichen hinzugeben, das Streben nach diesem inneren Öffnen und nach der Gegenwart im Herzen ist der erste Weg, der natürliche Anfang."

Sri Aurobindo